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SAT.1 reagiert auf Beissattacken
Wie von SAT.1 und anderen berichtet, gab es in jüngster Vergangenheit wieder eine tötlich endende Beissattacke zwischen Hunden. Diesen Vorfall hat SAT.1 zum Anlass genommen, sich bei uns in Bild und Ton einen Eindruck von der fachkundigen Arbeit mit Hunden zu verschaffen, damit es gar nicht erst zu solchen Situationen kommt.
Am 09.11. stattete uns ein Fernsehteam von SAT.1 Niedersachsen Bremen daher einen Besuch ab. Neben zahlreichen Informationen wurden Teile eines Trainings in der Unterordnung sowie der Schutzhundeausbildung dokumentiert.
Der Bericht wird dann in den nächsten Tagen in der Sendung "17:30 live" übertragen.
Einige Fotos des Drehtages sind hier zu sehen.
Zum TV-Bericht von Sat.1 Niedersachen Bremen "17.30 live" geht es hier!
Lassen wir doch den Hund einfach mal wieder Hund sein !
Er wird es uns über Generationen auf seine Weise danken. Die Tage erreichte mich Post von der Futterfirma Royal-Canin. Um es gleich vorweg zu nehmen, Royal ist nicht der einzige Futterhersteller, der uns Hundehaltern Verantwortung und Wissen über die Hundehaltung beibringen will, natürlich für Geld.
So bekam ich eine Einladung zum praxisorientierten Seminar für Züchter und züchterisch Tätige. Thema „Welpenentwicklung/Welpenprägung und Reproduktion der Zuchthündinnen“. Als Referenten natürlich nur renommierte Tierärzte aus dem Fachbereich Zuchthygiene, Besamung, Tierernährung und Verhaltenstherapie. Ergänzend noch Hundetrainerinnen …. Wieso eigentlich Hundetrainerinnen ???
Das liest sich dann u.A. so: „Vorbereitung der Mutterhündin auf die Zucht, Deckakt, Welpenentwicklung im Mutterleib z.B. Gehirnentwicklung. Umgang mit der Mutterhündin in der Spät-Trächtigkeit, vor der Geburt und während der Geburt, Auseinandersetzung mit Umweltreizen, gezielte Förderung der Koordination, Entwicklung spezieller Verhaltensweisen (Aggression, Angst, Kommunikation, Aufbau von Frustrationstoleranz, Sauberkeitstraining !!!) Reproduktion und Zuchthündinnen.
Maßnahmen zur Optimierung der Fruchtbarkeit, Impfungen, Hygiene, und Deckzeitbestimmung.
Warum ist optimale Fütterung so entscheidend? Die Nährstoffe für eine optimale Fruchtbarkeit und neuste wissenschaftliche Erkenntnisse zur Beeinflussung der Fruchtbarkeit, embryonale Entwicklung von Folsäure bis zu den Fettsäuren EPA und DHA u.s.w.
Dies ist ungefähr ein Drittel der dort angebotenen Seminarthemen.
Mir wurde schlecht und ich ging erstmal spazieren, wobei ich nur hoffen konnte, dass mir dabei kein Fehler unterlief, weil ich noch keinen Lehrgang besucht hatte, in dem natürlich von Tierärzten und Verhaltensforschern gelehrt wird, „wie gehe ich richtig spazieren unter Berücksichtigung des Verdauungstraktes und nach Abwägung der persönlichen, genotypischen und etisch-moralischen Grundsätze meiner Hunde. Pinkelt er lieber im Verborgenen oder ist er Macho oder vielleicht exibitionistisch veranlagt und stellt sich gerne zur Schau?“
Aber mal im Ernst lieber Leser, nach ½ Stunde Spaziergang in freier Natur und frischer Luft im Gehirn glaube ich nicht, dass wir diesen „Schrott“ brauchen.
10 Tierärzte, Verhaltenstherapeuten, Veterinärmediziner, die in den U.S.A. 25 Würfe großgezogen und Rudel von 65 Hunden betreut haben, brauchen wir nicht, um verantwortungsvoll zu züchten. Ich könnte hier 1000 Argumente anführen, die dieses Programm nicht nur in Frage stellen, sondern es unbrauchbar erscheinen lassen.
Zucht bedeutet unter Anderem Selektion auf Rassemerkmale, Gesundheit und Wesensmerkmale und zwar, um es ganz deutlich zu sagen genotypisch und nicht phänotypisch. Hündinnen, die zu große Würfe mit z.T. 10-15 Welpen gebähren sind genauso aus der Zucht zu nehmen, wie Hündinnen, die nur 2 Welpen gebähren oder nach mehreren Deckakten leer bleiben. Aber wie sieht bei den Züchtern die Wirklichkeit aus?
Hündin auf der Ausstellung ein „V“, Rasse ist gefragt, na da muß doch gezüchtet werden. Natürlich unter dem Deckmantel der Hobbyzucht – das verkauft sich besser. Dann noch ein Schrank voller Pokale von den großen und kleinen Schauen, da fallen auch ein paar Exemplare von der letzten Geflügelschau nicht auf. Zu guter letzt noch ein eingerahmtes Zertifikat an der Wand, was belegt, dass man an einem Workshop für Züchter erfolgreich teilgenommen hat und schon lassen sich die Welpen zu Spitzenpreisen verkaufen! Das ist ja auch nötig, denn die Hobbyzucht kostet ja auch viel Geld.
Wenn der erste Wurf mit ca. 8 Wochen dann verkauft ist, wird sich verantwortungsvoll von jedem Welpen mit Tränen in den Augen verabschiedet, um sich dann gleich anschließend wieder mit der Reproduktion der Hündin zu beschäftigen.
Ich sage ganz deutlich „NEIN DANKE“. Wo bleibt hier der Respekt vor dem Tier? Wir haben immer mehr Tierärzte, die kein Mensch und schon gar kein Tier braucht. Wenn die Hälfte aller Tierärzte sich für die Rettung bedrohter Tiere im Urwald entscheiden würde, hätte wir noch immer genug Praxen für unsere Tiere. Es müssten nur Fördermittel locker gemacht werden um dann unsere vielen Urwaldtierärzte auch lukrativ bezahlen zu können.
Ich würde mich gerne mit einer Spende beteiligen, wenn dann die Aussicht besteht, nicht mehr so oft mit solch einem Quatsch belästigt zu werden und, liebe Firma Royal Canin: „Jeder weiß, dass Euer Markt hat umkämpft ist, aber versucht doch mal, nur gutes Futter herzustellen. Macht einfach das was Ihr könnt, dann klappt´s auch mit der Zufriedenheit der Kunden.“
Als ich 1970 meine ersten Hunde gehalten habe, wurde ich schon belächelt, als ich in einer Runde von Landwirten erzählte, dass ich mit meinem Riesenschnauzer beim Tierarzt war. Die Blicke dieser Leute waren lange in meinem Gedächtnis und heute, was müssten die Leute wohl denken…. Gott sei Dank können Sie es nicht mehr.
Da ich mich als Praktiker mit dem Thema eng auseinandersetzte, möchte ich noch einige Gedanken loswerden:
Wir haben heute eine unüberschaubare Vielfalt an Futter, angefangen von Naß + Trockenfutter, Welpenfutter, Hochleistungsfutter, Diät- und Lightfutter, Futter für allegische Hunde u.s.w., u.s.w.
Haben wir aber auch gesündere Hunde ??? Früher kämpften wir mit allen Mitteln gegen H.D. Sicherlich genotypisch, aber vielleicht auch durch falsche Ernährung und Haltung. Heute haben wir die ED auch noch gratis dazubekommen. Das Gleiche gilt für mich bei der Zucht, jeder Tierhalter ist mit Recht stolz auf seinen Hund, das ist auch richtig. Aber zur Zucht sollten nur Hunde eingesetzt werden, die besondere Merkmale in punkto Gesundheit, Wesen und Rassemerkmale haben und genau in dieser Reihenfolge. Danach ist nach den ersten zwei Würfen genau zu kontrollieren, was aus den Welpen in den gleichen o.g. Punkten geworden ist. Man merke sich, dass auch eine gesunde Hündin bei gutem Wesen und „vorzüglichem Rassestandard“ keine gute Vererberin sein muss, das merkt man spätestens beim zweiten Wurf mit verschiedenen Deckrüden, denn eins ist auch klar: Es liegt nicht immer am Rüden, liebe Hündinnenbesitzer, wenn die Welpen nicht gut sind oder die Hündinnen leer bleiben.
Und wenn ich in einigen Clubzeitschriften Deckanzeigen lese, wo Wurfwiederholungen angepriesen werden, könnte ich ausrasten. Zucht bedeutet Selektierung und daher gibt es keinen Grund, einen Wurf zu wiederholen. Stillstand ist Rückgang.
Ich hoffe, dass diese Zeilen wieder ein bisschen dazu beitragen, uns Hundehalter näher zusammen zu bringen, Erfahrungen auszutauschen und eine Zucht und Haltung auf natürlichem Weg fortzuführen. Einzelne Zuchtfaktoren der jeweiligen Rassen kennen sowieso nur wir als Züchter, vorausgesetzt, wir haben schon einige Vertreter unserer Rasse gehalten und erzogen und mit ihnen gearbeitet. Ich klammere Diejenigen aus, die mit ihrem ersten Hund auch gleich züchten müssen. Sie können keine Erfahrung haben und von solchen Leuten braucht man ja auch keinen Hund zu kaufen. Eine Rasse lernt man über Jahre durch ihre Haltung kennen und nicht durch schlaue Bücher, Ausstellungen und Tierärzte, die in den U.S.A., Hannover und Berlin studiert haben.
Ich stehe Jedem, der meinen Bericht liest natürlich auch unter der Kontaktadresse für ein Gespräch zur Verfügung. Auch ein Treffen unter Gleichgesinnten ist von Vorteil. Ebenso Kritiker und Tierärzte sind herzlich willkommen.
Bis zum nächsten Monat mit einem neuen „heißen“ Thema
Peter Klas
Agressive Vierbeiner beschäftigen Ordnungsämter und Politik. Landtag entscheidet im Herbst über neues Hundegesetz – HNA berichtete am 24.07.2009
Wir haben wieder Sommer und Politik und Presse stürzen sich auf unsere Hunde. Das letzte Mal hatten wir das im Sommer 1999. „Beißunfall von zwei Pittbullterriern in Hamburg auf dem Spielplatz“. Ein kleiner Junge starb.
Monatelang waren alle Zeitungen voll mit zähnefletschenden Stafford, Pitt, Rottweiler & Co. Auch wenn diese auf den Fotos nur gegähnt haben. Hauptsache man zeigte “Elfenbein“.
Daraufhin haben Politiker einen Wesenstest per Gesetz zur Pflicht gemacht. Ich selber habe damals mit einer Tierärztin ca. 120 Tests durchgeführt. Der Wesenstest war von der Ausarbeitung genauso krank wie die Idee, diesen auch noch von Tierärzten durchführen zu lassen. Das Chaos war perfekt! Reihenweise wurden Hunde ausgesetzt, andere bestanden den Test nicht. Viele Tierärzte waren überfordert, wurden sie doch an einem (!) Samstag in der Hochschule geschult und autorisiert zu entscheiden, welcher Hund sterben und welcher weiterleben darf.
Zu den Zahlen:
Innerhalb kürzester Zeit wurden 42 Tierärzte “geschult“. Diese konnten sich freuen. Lief ihre Praxis bis dahin nicht besonders, so hatten sie jetzt die „Lizens zum Geldverdienen“. Ca. 3800 Hunde der Kat. 1+2 mußten zum Wesenstest. Die Besitzer waren mit Kosten von ca. 1000 Euro je Hund dabei. Alle Hunde, die den Wesenstest bestanden hatten, wurden gekennzeichnet und „durften“ als gut sozialisiert und erzogen bis an Ihr Lebensende mit Leine und Maulkorb dahinfristen.
Welche Aussagen hatte denn dieser Wesenstest? Sind Tierärzte überhaupt in der Lage Hunde zu beurteilen? Wieso eigentlich Tierärzte?
Zum Stand der Dinge heute: Obwohl ich selber eine Hundeschule besitze warne ich vor Schnellschüssen, weil letztlich die Tiere wieder die Leidtragenden sind.
Unsere Politiker hängen leider nur zu oft ihr Fähnchen in den Wind, um sich ihre persönlichen Vorteile zu sichern. Wir haben Wahlen und besagte Sommerpause!
Bleibt zu hoffen, dass unser Landwirtschaftsminister Hans Heinrich Ehlen im Herbst, nach der Verschärfung des Hundegesetzes selbst mal Erfahrungen mit einem Hund von 19,5 kg und einer Widerristhöhe von 39,5 cm sammeln kann und anschließend für sein hohes Gehalt auch mal vernünftige Entscheidungen trift.
Einen Hundeführerschein zur Pflicht zu machen, dafür spricht sich der BHV-Chef natürlich aus. Aber Vorsicht; wer ist eigentlich der BHV? Der BHV ist ein Interssenverband von Hundeschulenbetreibern. Und wer darf in Deutschland eine Hundeschule betreiben? Natürlich Jeder, ohne jegliche Qualifikation !
Und diese Leute sollen dann den Hundeführerschein abnehmen, na wunderbar… Dann schaffe ich mir doch lieber eine Herde Schafe an!
Georg zum Felde, 1. Vorsitzender des Vereins deutscher Schäferhunde, kurz SV, wird in diesem Zusammenhang auch noch als Fachmann für Hunde zitiert. Da könnte man schon lachen, wenn die Situation nicht so ernst wäre. Der SV ist einer der größten Rassehundezuchtvereine der gesamten Welt und sein Ziel ist es, Geld zu verdienen. Und das mit seiner derzeitigen Qualzucht Deutscher Schäferhunde. Korruption von der Führungsspitze in Augsburg über die Länder bis hin zu den einzelnen Ortsgruppen zeichnen diese Leute aus, zu denen ich auch bis 2008 gehörte.
Wir haben eine Hundeverordnung, die völlig ausreichend ist, sie wird nur nicht richtig angewendet. „Der Hund ist von einer geeigneten Person zu halten und zu führen“… wo war im Fall Hildesheim eine geeignete Person? Wie kann eine drogenabhängige Person gleich 2 Rottweiler halten? Es ist wie mit dem Waffengesetz. Das Gesetz ist gut und ausreichend, aber es nützt niemandem, wenn es nicht angewendet wird.
Ich bin nun selbst seit einiger Zeit Jäger und bei mir wurde noch nicht einmal kontrolliert, ob ich überhaupt einen Waffenschrank besitze.
Eine Chippflicht ist sinnvoll, das habe ich schon vor 20 Jahren geschrieben. So wären sicher nicht mal halb so viele Hunde in der Urlaubszeit an den Straßen angebunden worden und hätten damit die Tierheime und Kommunen nicht dermaßen belastet. Aber wahrscheinlich war die Lobby der Tierschützer zu groß. Man wollte ja Tierheime haben, sonst wäre die Chippflicht schon vor Jahren beschlossen worden.
Abschließend zu unseren Politikern, diejenigen, die heute nach einer Verschärfung des Hundegesetzes schreien. Das waren auch diejenigen, die uns mit dem Leipziger Urteil von 2006 die Arbeit mit Elektroreizgeräten verboten haben und es bis heute nicht geschafft haben, daraus ein Gesetz zu machen.
Nach mittlerweile 30 Jahren Hundeausbildung im Bereich Jagd-, Schutz- und Familienhunde kriege ich Magengeschwüre, wenn ich die Vorschläge zur Hundehaltung von sogenannten
Hundeschulen, BHV, VDH und Tierärzten höre.
Wird denn in Deutschland Alles nur von von Leuten bestimmt, die nicht an der Basis arbeiten?
Die Ausbildung von Hunden sollte auf jeden Fall freiwillig bleiben. Und das erst recht, wenn wir keine wirklichen Fachleute in den Hundeschulen haben. Die Bedenklichkeit der derzeitigen Situation erkennt man auch an der schriftlichen Sachkundeprüfung der einzelnen Verbände, wo unter anderem auch die Prüfungsfrage gestellt wird von wem und wann der Verein für deutsche Schäferhunde gegründet wurde. Mittlerweile ist der S.V. bei 260 Prüfungsfragen, deren Charakter teilweise höchst fragwürdig ist; das sieht allerdings beim DVG, Boxerclub, ADAK u.s.w. auch nicht anders aus.
Peter Klas
Zauberwort “Konsequenz“
Wer von uns ist schon immer zu 100% konsequent ? Wohl kaum jemand…
In der Hundeerziehung ist Konsequenz einer der wichtigsten Bestandteile von Trainingserfolg und Beständigkeit in der Leistung.
Hunde kennen kein “na gut…“, “ausnahmsweise“ oder ähnliche Aussagen. (Na, fühlen Sie sich angesprochen…?)
Daher gilt: Konsequenz ist oberstes Gebot! Jeder Hund, der etwas erlernt hat, wird das Gelernte nie wieder vergessen, wenn es konsequent und korrekt weitergeführt wird.
